Gezieltes Pflanzenmanagement ist praktizierter Umweltschutz
Wer einen eigenen Garten hat, kann selbst in den gegenwärtig recht turbulenten Zeiten des sich abzeichnenden Klimawandels mit etwas Fachwissen und unter Zuhilfenahme eines gezielten “Managements” der Bepflanzung äußerst wertvolle Beiträge zu konkretem Umweltschutz leisten. Jeder Privatgarten, der nicht auf sterilen “englischen Tennisrasen” und “ordentliche” Gestaltung im Sinne rigoros gestutzter, geometrisch abgezirkelter Heckenbereiche ökologisch wertloser Gewächse setzt, wird im Laufe der Zeit gerne als “Refugium” von vielerlei bedrohten Tier- und Pflanzenarten angenommen.
Hier spielt beispielsweise das Stichwort: “Wiese statt Rasen” eine wichtige Rolle: eine Wiese mit zeitversetzt blühenden, sich häufig durch Selbstaussaat weitervermehrenden und für Hummeln, Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen attraktiven Pflanzen wie Storchschnäbeln, Klee, Schlüsselblumen, Gänseblümchen, raren “Schätzen” wie Arnika, aber auch wildwuchernden Wickenarten, Mohn- oder Witwenblumen zaubert nicht nur eine oft überraschende Farbenvielfalt in den Garten, sondern bietet auch Gewähr, dass durch die hiermit angelockte Vielfalt in der “Mikrowelt” von Insekten und Spinnentieren ein ausgewogenes Gleichgewicht von gemeinhin als “Schädlingen” angesehenen Tieren und ihren natürlichen Feinden entsteht, das nach den intelligenten Selbstregularien einer funktionierenden Natur keiner zusätzlichen Eingriffe wie der “Giftkeule” bedarf.
Auch in den “höheren Etagen” der Stauden und Sträucher gilt diese Regel: in freiwachsenden Hecken - die nicht durch Schnittmaßnahmen ständig an freier Entfaltung gehindert werden - entwickelt sich neben dem optischen Reiz einer kaum glaublichen Vielfalt an Wuchsformen beispielsweise mit der Zeit ein “Paradies” für mancherlei Vögel, die sich ihre Nistplätze nicht selten in stachelig bewehrten Wildrosen, undurchschaubarem Gewucher der Jungfernrebe oder Immergrünen Geißblättern suchen.
Freilich verlangt der Klimawandel inzwischen ein wenig Umdenken. Die früher - weil billig - auch häufig in Gärten eingesetzte Fichte kann kaum noch empfohlen werden; mit zunehmender Sturmhäufigkeit nimmt das Risiko zu, dass sie auch in Privatgärten einfach “umgelegt” wird und zuviele Risiken birgt. Wenn überhaupt Koniferen in Privatgärten eingesetzt werden - was beispielsweise auch wegen der geringen Luftkühlungswirkung im Sommer wenig Sinn hat - gibt es andere Spezies wie Colorado- oder Arizonatannen, die attraktiver im Erscheinungsbild sind und wegen ihrer tiefen Wurzeln stabiler stehen. Dennoch sind auch im Privatgarten Laubgehölze zu bevorzugen: ein Eichhörnchen zum Beispiel plündert halt am liebsten Eichen, Buchen oder Haselnüsse.












