Pflanzen, Blumen, Tange und Algen

Zwei Drittel der Erdoberfläche sind vom Meer bedeckt. Diese riesige Fläche dürfen wir natürlich nicht vergessen, wenn wir vom Pflanzenkleid der Erde sprechen. Aber welche Pflanzen wachsen hier?

Als Urlauber am Meer beeindruckt uns immer wieder die endlose Weite der Wasserfläche. Aber unser Blick reicht nur wenige Kilometer hinaus. Doch gerade hier, im flachen Bereich unmittelbar vor der Küste, finden wir die auffälligsten Pflanzen des Meeres, große vielzellige Algen, die wir als Tange bezeichnen. Oft werden sie durch starken Wellengang von sandigem Boden losgerissen und am Strand in großen Mengen angespült.

Tange kommen im Küstenbereich aller Meere der Welt vor. Sie sehen oft recht abenteuerlich aus: Lange Stiele sind mit krallenartigen Fortsätzen an Steinen befestigt. Am anderen Ende tragen sie blattartige, oft wie Federn oder Fächer ausgebreitete Lappen, mitunter aber auch luftgefüllte Blasen, die die Pflanze schwebend im Wasser halten. Trotz aller Ähnlichkeit mit uns bekannten Landpflanzen haben Tange aber keine echten Wurzeln, Sprosse oder Blätter, alle Teile sind unabhängig von ihrer äußeren Formenmannigfaltigkeit im Inneren sehr einfach gebaut und gleichermaßen am Stoffaustausch mit dem sie umgebenden Wasser beteiligt.

Ziehen wir Tange aus dem Wasser, so fallen sie in sich zusammen, Stützgewebe wie bei den meisten Landpflanzen fehlen ihnen. Die Zellen enthalten in ihren Chloroplasten neben dem grünen Chlorophyll oft auch noch andere, braune oder rote Farbstoffe, die je nach ihrem Vorkommen das Aussehen der Pflanze bestimmen. Wir unterscheiden danach die teilweise sehr groß werdenden Braunalgen von den meist zierlicheren Rotalgen. Grünalgen kommen nur mit wenigen Arten, zum Beispiel dem Meersalat, an den Küsten vor; sie wachsen meist im Süßwasser.

Besonders artenreich an Algen sind die warmen Meere der Tropen. Hier gibt es fast nur Rotalgen. Im Mittelmeer treten schon Braunalgen auf, doch herrschen Rotalgen noch immer vor. In den kalten Meeren – und dazu rechnen wir auch bereits Nordsee und Ostsee – finden wir fast nur noch Braunalgen. Blasentang und Sägetang sind an unseren Küsten die beiden häufigsten Arten. In den Fjorden Norwegens und den kristallklaren Buchten des Weißen Meeres dringt das Sonnenlicht bis in große Tiefen.

Hier erreichen die Lappen der Zuckertange beispielsweise mehrere Meter Breite und Länge und bilden dichte unterseeische »Wälder«, in denen eine artenreiche Tierwelt Schutz und Nahrung findet. Der größte Tang kommt in den kalten Meeren der Südhalbkugel unserer Erde vor. Er gehört zur Gattung Macrocystis. Wörtlich übersetzt bedeutet dieser Name »große Blase«. Er weist auf die luftgefüllten Anschwellungen hin, die den blattartig gefiederten Körper der bis 50 Meter langen Braunalge in der Nähe der Wasseroberfläche halten.

Im Gegensatz zu den anderen Braunalgen ist der berühmte Sargassumtang nicht am Boden festgewachsen, sondern treibt frei im Wasser. Im Atlantischen Ozean – zwischen den Ba-hamainseln und den Azoren – bedeckt er das Meer stellenweise in ungeheuren Mengen. In früheren Zeiten waren solche Flächen ein ernsthaftes Hindernis für die Segelschiffe; die Gefahr wird jedoch in den meisten Abenteuergeschichten stark übertrieben.

Von den Rotalgen soll nur die auch in der Nordsee vorkommende Delesseria erwähnt werden. Sie sieht einem Buchenzweig mit Blättern zum Verwechseln ähnlich, aber nur im Wasser. Auf dem Trocknen fällt das zarte Gebilde sofort zusammen.

Dort, wo die Bestände der Tange besonders dicht und üppig gedeihen, werden sie auch wirtschaftlich genutzt. Für Japan mit seiner durch zahlreiche Buchten und Halbinseln gegliederten Küste ist die Ernte dieser Meerespflanzen von erheblicher Bedeutung. Sie liefern den Rohstoff für Agar, Jod und Alkohol, die Rückstände kommen als Dünger auf die Felder. Im Weltmaßstab aber spielen die Tange als Nutzpflanzen keine große Rolle. Sie sind ja auf eine schmale Zone des flachen Wassers beschränkt. Das freie Meer ist viel zu tief, als dass dort am Boden festsitzende Pflanzen wachsen könnten.

Mehr über Blumen und Pflanzen erfahren Sie bei Online – Blumenversand.info! Hier gibt es auch den großen Blumenversendervergleich der großen wie Blume 2000 oder Fleurop.


@ 2005-2012 Cryo-Webdesign | Impressum | Datenschutz | Sitemap