Wellensittiche – der Trend geht zur Paarhaltung
Viele Menschen wünschen sich einen zahmes und anhängliches Haustier und schaffen sich daher einen Wellensittich an. Dabei vergessen sie, dass man ihm als Schwarmtier nichts Schlimmeres als Einzelhaltung antun kann. Allein gehaltene Wellensittiche schließen sich aus der Not heraus dem Menschen an, weil sie keine andere Wahl haben. Ein Mensch kann einen artgleichen Partner jedoch niemals ersetzen.
Einzelhaltung macht krank. Der Laie findet das Anbalzen und Füttern von Ersatzgegenständen oder der menschlichen Hand oft einfach nur niedlich, doch handelt es sich dabei um Verhaltensanomalien, die zu – mitunter tödlich endenden – Kropfentzündungen führen. Der Wunsch nach Zahmheit ist das am häufigsten genannte Argument der Befürworter von Einzelhaltung. Dabei gibt es zahlreiche Beispiele, in denen kleine Gruppen von Wellensittichen sehr zahm sind. Auf der anderen Seite gibt es genug einzeln gehaltene Wellensittiche, die ihr Leben lang keinen Anschluss an den Menschen suchen. Keinem Vogel kann man an der Schnabelspitze ansehen, ob er Interesse daran hat, in seinem Menschen mehr als nur den bloßen Futtergeber zu sehen.
Glücklicherweise verbreitet sich die Erkenntnis, dass Einzelhaltung an Tierquälerei grenzt, immer mehr, nicht zuletzt durch eine stetig wachsende Zahl an Wellensittich-Homepages im Internet. Einige Webseiten bieten nicht nur mehr Informationen als die meisten Fachbücher, sondern auch wesentlich aktuellere Erkenntnisse, da sie ständig auf den neuesten Stand gebracht werden. Darüber hinaus gibt es auch einige gute Wellensittich-Foren, in denen Halter sich untereinander austauschen können und Rat von erfahrenen Vogel-Liebhabern bekommen.
Probleme gibt es bei der Paarhaltung normalerweise nicht. Zwei Weibchen allerdings können so unverträglich sein, dass zwei Hähne dazugesetzt werden sollten, um die Situation zu entspannen. Es kann vorkommen, dass sich auch zwei Wellensittiche ein wenig langweilen. Sie sind dann wenig aktiv und nehmen den angebotenen Freiflug nur zögerlich an. Abhilfe schaffen kann hier ein Vogelbaum oder ein Spielplatz in einiger Entfernung des Käfigs. Dekoriert mit einem Stück Kolbenhirse wird so ein Anreiz zum Fliegen geschaffen. Wenn niemand zuhause ist, vertreibt ein leise eingeschaltetes Radio die Stille. Im Winterhalbjahr sorgt eine Vogellampe für viel Licht und wirkt sich somit begünstigend auf die Aktivität der Vögel aus. Wer genug Platz und Begeisterung, einen leistungsstarken Staubsauger und verständnisvolle Mitbewohner hat, wird an vier Wellensittichen viel Freude haben, denn damit geht der Spaß erst so richtig los.













