Über Hunderassen

Wenn man unsere heutigen Hunde mit ihrem Stammvater, dem Wolf, vergleicht, kann man eigentlich nur staunen, welche Vielfalt unterschiedlichster Gestalten, Farben und Mentalitäten die Menschen im Lauf der gemeinsamen Geschichte herausselektiert haben. Als selektieren wird in diesem Zusammenhang die Auswahl der Zuchttiere bezeichnet, von denen der Mensch Nachkommen haben möchte, weil sie Eigenschaften haben, die der Züchter erhalten, verstärken oder kombinieren möchte.

Es sind nicht nur die augenfälligen Unterschiede, wie zwischen einem Dackel und einer Deutschen Dogge, sondern auch die ganz verschiedenen wesensmäßigen Veranlagungen. Sicher sind diese in der Anfangszeit aus der Beobachtung der Hunde entstanden, die es damals gab. Wer jeden Tag draußen unterwegs ist, um mühsam für etwas Essbares zu sorgen, wird jede Kleinigkeit genau bemerken. Daher konnte man schon früh versuchen, einen Rüden, der für die Jagd besser als andere veranlagt war, mit einer Hündin zusammen zu führen, die durch eine ähnliche Veranlagung auffiel, ebenso, wenn Hunde besonders gut veranlagt waren, um das Vieh hüten, ohne es zu verletzen, oder besonders durch Wachsamkeit oder Verteidigungsbereitschaft auffielen.

Schon aus diesen wenigen Kriterien können sich über ein paar Generationen hinweg ganz unterschiedliche Hundefamilien entwickeln, man würde heute wohl sagen Zuchtstämme oder Zuchtlinien, die schließlich zu Rassen werden. Eine Hunderasse ist dann entstanden, wenn erkennbar ähnliche, im Idealfall fast gleich aussehende, Hunde vorhanden sind, deren Verpaarung auch wieder solche Hunde hervorbringt. Im Lauf der Geschichte veränderten sich die Lebensbedingungen durch die Erfindungen der Menschheit immer weiter, so dass neben Hunden für den Arbeitseinsatz auch Rassen entstanden, die einfach zur Freude ihrer Züchter und Halter da waren und bis heute sind.

Daher ist die Auswahl an Hunderassen heute so groß, dass es für den Neuling manchmal schwierig wird, sich einen passenden Hund auszusuchen. Immerhin zählt man fast 400 „gängige”, beschriebene Hunderassen. Die Anzahl der wirklich vorhandenen Rassen wird aber auf bis zu zweimal so viel geschätzt, wenn alle lokalen Rassen mit erfasst würden, die in den entlegensten Winkeln der Welt noch unter ziemlich natürlichen Bedingungen entstanden sind und erhalten werden. Für denjenigen, der sich einen Hund zulegen möchte, um sich den Alltag zu verschönen, kann als wichtigstes Kriterium genannt werden, dass der neue Hausgenosse von seiner Mentalität zu seinen neuen Menschen passt.

Denn die Wesensart spielt im täglichen Miteinander eine weit größere Rolle, als das Aussehen des Tieres. Nur wenn diese harmoniert wird das Zusammenleben auf die Dauer erfreulich für beide Teile sein und die Hundeerziehung wird unter dieser Voraussetzung die wenigsten Probleme bereiten.

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