Schlafsäcke - ein High Tech Produkt
Viele Leute sehen den Schlafsack nur als Gebrauchsgegenstand an, der vielleicht einmal im Jahr an die Sonne kommt. Für Sie gilt: hauptsache billig. Aus Unwissenheit vertrauen sie dann auch fälschlicherweise den falschen Temperaturangaben der Hersteller solcher Billigschlafsäcke.
Der Schlafsack ist ein High Tech Produkt
Ambitionierte Wanderer hingegen haben ganz andere Erwartungen an Ihre Schlafsäcke. Für sie zählen ganz andere Faktoren:
- geringes Gewicht,
- Atmungsaktivität,
- hoher Schlafkomfort,
- nützliche Details,
- hohe Lebensdauer und
- ein guter Isolationswert
Uf, ganz schön viele Anforderungen, die ein moderner Schlafsack erfüllen muss. Allerdings haben die Hersteller schon seit langem erkannt, dass Schlafsäcke ein Hightech Produkt sind und prüfen ihre Schlafsäcke auf Herz und Nieren, bevor sie in die Serienfertigung gehen.
Mehr als nur ein Schlafsack
Um die ganzen Anforderungen der Wanderer zu erfüllen, müssen die Schlafsäcke mehr als nur Schlafsäcke sein. Jedes Detail ist so, weil es einen bestimmten Zweck erfüllt. Die Reißverschlussabdeckleiste soll verhindern, dass der Reißverschluss sich mit dem Stoff und dem Füllmaterial verkeilt. Daunenschlafsäcke wäre ein Loch im Außenstoff fatal.
Der Schlafsack ist eine Thermoskanne!
Fälschlicherweise wird angenommen, dass der Schlafsack den Schläfer wärmt, es ist aber genau anders herum. Der Schlafsack isoliert lediglich die Wärme, die der Schläfer abstrahlt. Es ist das gleiche Prinzip, wie bei einer Thermoskanne. Man sollte also nach Möglichkeit nicht frierend in den Schlafsack steigen!
Damit der Schlafsack gut isoliert setzen die Hersteller bei Winterschlafsäcken raffinierte und aufwendige Kammertechniken ein. Das Füllmaterial muss fixiert werden, damit es schön gleichmäßig im Schlafsack „liegt“ und keine Kältebrücken entstehen. Dies passiert mit so genannten Kammern. Die einfachste ist die Steppnaht, bei der das Füllmaterial lediglich mit dem Außen- und Innenmaterial vernäht wird. Aufwendigere Kammertechniken sind die Trapezkammern oder die V-Kammern. Dort werden die Kammern in Trapezform oder V-förmig angeordnet. Dies soll Kältebrücken an den Nähten verhindern.
Der Reißverschluss muss bei Winterschlafsäcken unbedingt durch eine ausreichende Abdeckleiste geschützt sein, hier kann sehr viel Wärme verloren gehen! Weiterhin sollte der Fuß- und Kopfbereich stärker „befüllt“ sein, denn diese Körperteile können sich schlecht warm halten und über den Kopf geht ein Großteil der Wärme verloren. Die Kapuze sollte also konturförmig geschnitten sein und sich bis auf eine kleine Sauerstoffzufuhr zuziehen lassen.
Mit diesen Details lässt sich eine mollig warme Nacht verbringen!












