Halt und Hoffnung

In der heutigen Zeit assoziieren viele Menschen das Thema “Religion” oftmals mit kalten Kirchen und weltfremden Predigten. Dies wie auch die Kommerzialisierung des menschlichen Lebens sind zwei Gründe, die dazu führen, dass sich mehr und mehr Menschen von ihrer Religion und ihrer Gemeinde abwenden und, im extremsten Fall, sogar aus der Kirche austreten – möglicherweise auch von dem Motiv angetrieben, etwas Geld zu sparen.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob Geld bzw. die säkulären Güter, die damit erwerbbar werden, ein gleichwertiger Ersatz für geistlichen Halt sein können. Kann man sich in Zeiten der seelischen und / oder körperlichen Angeschlagenheit mit Geld Hoffnung und Zuwendung erkaufen?

Das wird kaum möglich sein.
Anders sieht es aus, wenn man einen tiefen Glauben in seine Religion hegt und einen engen Kontakt zu seiner Gemeinde hält. Bereits der Glaube als solcher kann als eine nie versiegende Kraftquelle dienen, eine die gerade bei schwerer Krankheit stete Hoffnung spendet und negative Emotionen wie Verzagtheit oder Lebensmüdigkeit bestenfalls von vornherein ausschließt.
Auch in den letzten Wochen und Tagen vorm Tod dient Religion als tröstendes Element, etwa weil der Glauben die Aussicht auf ein nächstes Leben in einer anderen Dimension gewährt, beispielsweise in einer Daseinsform, die anders und besser als die dahin scheidende ist und Harmonie in Aussicht stellt.

Die Religionsgemeinschaft kann in Krankheitszeiten eine besondere Stütze sein. Der Priester selbst wirkt meist als größte, Trost spendende Instanz und verleiht durch seine Anwesenheit und seinen Segen immense Sicherheit und Ruhe, aber auch Stärke. Andere Gemeindemitglieder sind ebenfalls große Stützen, die möglicherweise dafür sorgen können, dass der Haushalt des Kranken oder Sterbenden weiterläuft, vor allem dann, wenn Kinder (übergangsweise) aufgenommen, getröstet und versorgt werden.

Im Falle eines Todes fängt die Gemeinde die Hinterbliebenen auf und spendet durch gemeinschaftliches Miteinander und persönlichen Trost neuen Lebensmut - etwas was weder Geld noch irgendwelche mit Geld erwerbbaren Güter bewirken könnten.

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