Der Jakobsweg – Der Weg ist das Ziel
Pilgern ist schon seit Tausenden von Jahren „in“ - und das in nahezu allen Religionen und Weltanschauungen. Doch gerade in letzter Zeit nimmt das Pilgern wieder zu, was auch die Präsenz eines bestimmten Pilgerweges, dem Jakobweg, in den Medien zuzuschreiben ist.
Pilgern bedeutet, dass man aus religiösen Gründen eine Reise unternimmt, um zum Beispiel Buße zu tun oder auch um ein Gelübde zu erfüllen. Der Pilgerer begibt sich dabei auch oft an einen Wallfahrtsort, ein als heilig angesehener Ort. Das können Kirchen sein, Tempel oder andere gebaute und von Menschenhand erschaffener Platz sein oder aber ein Ort, der als heilig gilt, wie ein Fluß, ein Baum oder andere Naturelemente.
Der Pilgerweg, der in letzter Zeit wieder mehr an Popularität gewann, ist der Jakobsweg. So bezeichnet man den Weg zum Grab des Heiligen Jakobus, eines Apostels, im spanischen Santiago de Compostela. Welcher Weg aber der „richtige“ ist, ist manchen nicht unbedingt klar. In erster Linie versteht man unter dem Jakobsweg den Camino Frances. Er führt über die Pyrenäen und an diversen Königsstädten vorbei bis hin zum Jakobsgrab. Dieser ist inzwischen von der UNESCO zum Welterbe erklärt worden.
Es gibt aber auch zahlreiche andere Wege, die aber alle eines gemein haben: Sie enden am Grab des heiligen Jakobus. Dieses Grab entstand im Mittelalter und ist angeblich die letzte Ruhestätte von Jakobus dem Älteren. Er war mit seinem Bruder Johannes zusammen einer der zwölf Apostel, die Jesus Christi begleiteten. Er war als Jünger Christi nach dessen Tod auf der Iberischen Halbinsel Missionar, wo er durch verschiedene Wunder auffiel. Sein Leichnam soll in der Kathedrale von Santiago de Compostela liegen. Das Grab bezeichnet dabei das Ende des Jakobsweges.
Der Anfang des Jakobsweges ist nicht geklärt. Fragt man Spanier danach, so antworten sie, dass die Reise im eigenen Haus beginne. Das zeigt, dass der Jakobsweg – wie viele Pilgerreisen – mehr eine Idee als eine wirkliche Zurücklegung einer bestimmten Strecke ist. Es geht nicht darum, eine bestimmte Anzahl von Kilometern zu gehen, sondern vielmehr darum, was man auf diesem Weg über sich und die Welt lernt. Natürlich hat man ein für sich persönlich festgelegtes Ziel, doch hier gilt vor allem der Spruch: Der Weg ist das Ziel.












