Waltzing Matilda Die wahre Geschichte

Andrew Barton „Banjo“ Paterson war mit seiner damaligen Verlobten Sarah Riley und weiteren Bekannten erstmalig auf einer Tour in Queensland. Sie besuchten im Advent des Jahres 1894 die Dagworth Station, 1890 von den MacPhersons erbaut. Mit der Tochter Christina MacPherson war Sara Riley befreundet. Hier erfuhr Patterson erstmals von den erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Schafzüchtern und Wollscherern, die 1891 und 1894 sogar zu Streiks führten. Die Notlage der Schafscherer, die außerhalb der Saison arbeitslos waren, erbitterte die Männer. Und brachte sie sogar dazu, einen Schafstall der MacPhersons abzubrennen.

Ausgangspunkt der Geschichte ist ein wiederholter Streik. Burt MacPherson erzählte den aufmerksam lauschenden Gästen am Abend über das Leben im Outback von Queensland, über die Scherer, die Landstreicher, das Betrügen beim Rinderverkauf, über den Schafdiebstahl und wie die MacPhersons den Rädelsführer der „Aufrührer“, einen Deutschen namens Samuel Hoffmeister, jagten und an einem Billabong seine Leiche im Morast fanden. Da die Behörden 1000 Pfund Belohnung auf Hoffmeister ausgesetzt hatten, wählte dieser, als er die ihn suchende Truppe bemerkte, lieber den Freitod.

Natürlich zog die Gesellschaft am nächsten Tag zum Combo Waterhole. Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass Paterson an dieser trüben Pfütze, und dann noch durch die vielen Fliegen und einer ständig schnatternden Picknickgesellschaft abgelenkt, die Idee zu dem Song am See bekam.

Eher schon, weil er am Abend, bei Lammbraten und Scotch, der wohl äußerst attraktiven Farmertochter Christina imponieren wollte. Das Mädchen intonierte auf einer Zither eine alte schottische Weise (Thou bonnie wood o’ Craigielea). Banjo setzte sich zu ihr und improvisierte unter dem Einfluss des die beiden Tage Gehörten einen Text. Christina veränderte die Melodie ein wenig.

Paterson selbst sagte später darüber „Man hatte mir von den Auseinandersetzungen erzählt. Auch das man Dagworth niedergebrannt hatte und ein Mann gefangen wurde. Miss MacPherson spielte die kleine schottische Melodie und ich fand Worte dazu und nannte es Waltzing Matilda.”

Nirgendwo wird berichtet, wie der weitere Abend verlief. Doch der Komm”entar „So entstand ein neues Lied und eine Verlobung fand ihr Ende“ sagt eigentlich alles.

Das Lied kam erstmals im April 1895 zum öffentlichen Vortrag. So hatten Paterson und Christina MacPherson auch genügend Zeit an Text und Melodie noch zu feilen. Während eines Banketts im „North Hotel“ in Winton, zu Ehren des Premiers von Queensland, wurde der Song der Beiden mit „freundlichem Wohlwollen“ angehört. Und das Lied wäre wohl heute vergessen, hätte nicht 1900 der Verlag Inglis & Co Ltd. im Auftrag eines Tee Produzenten (The Billy Tea Company) die Urheberrechte für 5 Pfund Sterling von Paterson gekauft. Mary Cowan wurde beauftragt, das Lied für Reklamezwecke „umzuarbeiten“. Sie änderte etwas an der Melodie und statt des Wassersack (Waterbag) hatte der Swagman jetzt einen Billy (Kessel) in dem Wasser kochte. Für Tee? Für was sonst? Natürlich war das Wort „Billy“ bei der Werbekampagne schön herausgehoben.

Trotzdem! So entstand der australische Nationalhit.

Über 400 Versionen gibt es bis heute. Im „Waltzing Matilda Centre“ in Winton wird an die Entstehung des Liedes erinnert.

Weitere Australien Reiseberichte des Autors Dieter Tischenddorf in seinem Australien-Buch.

Dagobert Wiedamann

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Google Bookmarks
  • Live-MSN
  • Technorati
  • YahooMyWeb