Barbies erste Stunde
Als Ruth Handler Anfang der 1950er Jahre ihre kleine Tochter Barbara beim Spielen mit ihrer Puppe sah, hatte sie eine Idee. Barbara spielte nämlich mit einer Ankleidepuppe und Ruth Handler wollte eine nach ihrem Vorbild, wie ein Mannequin produzieren. Nach langem Hin und Her wegen der Kosten fand Ruth die perfekte Figur, die ihr schon lange vorschwebte. Eine 30 Zentimeter große schlanke Puppe, die eine blonde Pferdeschwanz- Frisur trug. Ruth entdeckte sie auf einer Europareise. Diese Puppe war aber „Lilli“, eine Figur aus einem Comic der BILD- Zeitung. Sie war seit 1955 sehr beliebt bei den Lesern.
Zurück in Amerika ging es an die Produktion solcher Puppen. Den Namen „Barbie“ gaben sie ihr, weil sie sie nach ihrer Tochter Barbara benannten. Die erste Barbie wurde am 9. Mai 1959 auf der American Toy Fair in New York präsentiert.
Mattel, so nannte sich das Ehepaar zusammen mit Harold Matson, kaufte aber erst 1964 die Rechte an der Bild- Lilli. Damals wurde ihnen klar, wie gut Barbie in der Öffentlichkeit ankam und durch den Kauf der Rechte konnten sie bestimmen, dass die Produktion der Bild- Lilli eingestellt wurde. Und so konnte Barbie nun auch auf dem nächsten großen Markt verkauft werden, in Europa. Ruth Handler hatte mit der Barbie-Puppe eine großartige Intuition gehabt und war ihr zum Glück gefolgt.
In den Jahrzehnten nach ihrer Erfindung erreichte Barbie immer mehr an Kultstatus und Wert. Ein Glück war auch für Mattel, dass sie stets die Trends der Öffentlichkeit erkannt hatten und dass ihre Barbies sie alle mitmachten. Aber dass es eines Tages Filme geben wird, in denen Barbie Prinzessin der Tierinsel einen Prinzen heiratet oder dass es Kollektionen für Barbies gibt, die Designer extra für sie hergestellt hatten, das konnte Ruth Handler nicht ahnen, als sie Barbara so beim zufriedenen Spielen zusah.
Geschrieben von sandra am 26 August, 2008



