Passivhaus-Projekt im Stuttgarter Westen
Ein innovatives Passivhaus-Projekt im Stuttgarter Westen führt vor, wie zukünftig Wohnen in der Großstadt aussehen kann. Die fußläufige Erreichbarkeit praktisch aller zentralen Plätze und Einrichtungen und perfekte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zeichnen die Lage aus. Mit einer Anlage für gemeinschaftliches Wohnen sollen diese guten Voraussetzungen zusätzlich unterstützt werden.
So wird es in drei nach dem KfW-40-Standard sanierten Altbauten und drei Neubauten mit Dachbegrünung neben großzügiger Wohnungen auch ein gemeinschaftliches Gästezimmer, einen Raum mit Teeküche und ein Gemeinschaftsauto geben. Die Möglichkeit, auf dem Gelände oder in unmittelbarer Umgebung der Arbeit nachgehen zu können, soll den Individualverker drastisch reduzieren. Den Initiatoren geht es um die ganzheitliche Minimierung des CO2-Haushalts. Dazu werden bauseits extrem dicke Dämmschichten mit 20 – 40 cm Stärke und Passivhausfenster mit 4-fach-Verglasung eingebaut.
Auf der Haustechnikseite sorgt ein komplexes System für niedrige Heizkosten. Eine Solaranlage und Fernwärme der Stadt werden in einen Pufferspeicher eingespeist. Dieser bedient über eine Zirkulationsleitung alle Wohnungen mit Wärme. Jede Wohnung erhält eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung, und verfügt über eine Wärmeübergabestation , in der das Brauchwasser direkt im Moment des Bedarfs erwärmt wird. Sie versorgt auch die kleinen Heizkörper, die oft wohl erst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eingeschaltet werden müssen.
Mit rund 35 kWh/qm im Jahr an Primärenergiebedarf liegt die Wohnanlage noch unter den Vorgaben des Passivhausstandards. Bemerkenswert ist darüber hinaus auch das Wasserkonzept: Regenwasser wird ebenso wie das wenig verschmutze Abwasser aus den Bädern separat gesammelt. Nach einer aufwändigen Reinigung und UV-Bestrahlung hat das normalerweise einfach in die Kanalisation gespülte Nass Badewasserqualität. Jetzt wird es als Brauchwasser für die Bewässerung nicht nur der Dachbegrünungen verwendet, sondern speist auch Wasserspiele und Teiche in den Innenhöfen. Das verbessert im Sommer das Kleinklima erheblich und soll maßgeblich zu einer hohen Wohnqualität beitragen.












