Neue Hauskonzepte

Wenn es um den Bau eines Einfamilienhauses geht, dann haben die meisten Menschen eine relativ klare Vorstellung von Aussehen und Aufbau: Keller, Erdgeschoss, ausgebautes Dach. Natürlich gibt es hier durchaus Variationen. Neben dem klassischen Satteldach entscheiden sich immer wieder auch Bauherren für ein Pultdach oder das noch exotischere Tonnendach und auch bei der Dachbedeckung trifft man neben den klassischen Materialien wie Tonziegel und Betondachstein immer häufiger die Dachbegrünung oder Schiefer an. Und auch bei der Fassade wird anstelle einer Putzfassade immer häufiger auf eine Holzverschalung zurückgegriffen.

Aber dennoch bewegen sich die Variationen doch immer in einem gewissen Rahmen. Dass es auch ganz andere Hauskonzepte gibt, die durch Innovation hervorstechen, beweist das Erdhaus. Es ist eine Synthese aus unserem gängigen Hauskonzept und den Behausungen einiger Ureinwohnerstämme Nordamerikas. Das zentrale Gestaltungselement des Erhauses ist die bis zu mehrere Meter dicke Erdschicht, die idealer Weise über einem Tonnengewölbe aufgebracht wird. Sie dient einerseits als Wärmedämmung in den kühlen Witterungsperioden und sorgt umgekehrt im Sommer dafür, dass die Temeratur im Haus auch ohne künstliche Kühlung auf konstant angenehmen Temperaturen bleibt.

Die Tatsache, dass das Erdhaus auch ohne eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung auskommt, und damit den gleichen Effekt ohne zusätzliche Aufwendung von Energie erzielt, ist sicherlich einer der größten Vorteile des Erdhauses. Doch es gibt noch weitere Vorzüge. So weist das Erdhaus mit seinem begrünten Dach eine sehr hohe Unwetterfestigkeit auf. Verschleißteile wie Dachrinnen entfallen gänzlich und Streicharbeiten reduzieren sich auf die Fronten an den Giebelseiten.

Dem weit verbreiteten Vorurteil, dass Erdhäuser wenig Tageslicht im Inneren aufweisen, haben die wenigen Anbieter und Architekten von Erdhäusern Konzepte entgegengesetzt, die das genaue Gegenteil beweisen. Einen Nachteil weisen Erdhäuser allerdings auf. Im Verhätnis zur Wohnfläche werden relativ große Grundstücke benötigt. Dies trifft insbesondere auf Erhäuser mit Tunnelgewölbe zu. Hinzu kommt, dass in den meisten Bebauungsplänen von Neubaugebieten Erdhäuser schlicht nicht vorgesehen sind.

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