Kostensparende Aspekte beim Hausbau
Im folgenden möchte ich hier ein paar Möglichkeiten aufführen, welche Stellschrauben zu Einsparungen beim Bau des eigenen Hauses verfügbar sind. Ob und wie jemand sparen möchte, hängt von der persönlichen Gewichtung einzelner Gewerke ab. Als erstes kann an der Größe des Grundstücks gespart werden; müssen es 1000 m^2 sein, oder reichen nicht auch 750 m^2 (geringerer Kaufpreis, geringere Grunderwerbssteuer, geringere Notargebühren, usw.)
Zweitens ist zu überlegen, ob ein Keller notwendig ist; bei schwierigen Bodenverhältnissen kann so ein Keller schnell 30-50.000 Euro an Mehrkosten verursachen. Hier sollte man im Vorfeld des Baus genau überlegen, für welche Zwecke man diesen Keller nutzen möchte; um „Gerümpel“ aufzuheben, den man sonst entsorgen würde, wäre dieser Platz teuer bezahlt.
Drittens ist über den Verzicht an Dachflächenfenstern nachzudenken. Hier kommen alles in allem (Kauf, Einbau, Dachanschlussarbeiten, Innenanschluss, usw.) für ein Dachfenster in normaler Größe schnell 1.000 Euro zusammen.
Viertens sollte überlegt werden, ob ein Schornstein unbedingt erforderlich ist; bei einem einzügigen Schornstein von ca. 9m Höhe ist mit Gesamtkosten von ca. 3000-3500 Euro zu kalkulieren (Material, Einbau, Kopfummantelung, Dachanschluss, Abnahme-gebühren, usw.).
Fünftens lassen sich Einsparungen im Bereich Dachform bzw. Dacheindeckung erzielen; so verringern sich die Kosten eines Daches als Pultdach gegenüber eines Satteldaches bei gleicher Grundfläche erheblich (Dachkonstruktion (Holz), Dämmung, Dachentwässerung, usw.). Im Bereich Dacheindeckung liegt bei der Verwendung von z.B. großformatigen Faserzementwellplatten anstatt hochwertiger Tondachziegel weiteres Einsparpotenzial. Insgesamt dürften hier ca. 10.000 Euro nicht zu hoch gegriffen sein.
Sechstens kann durch die Wahl der Gebäudeform gespart werden; bei einer einfachen rechteckigen Form des Gebäudes, ohne Versprünge, Ausbauten, Erker, besondere Formen (Rundbögen, Verzierungen, usw.), verringern sich die Kosten in vielen Gewerken (Vermessung, Rohbau, Dach, usw.). Außerdem gibt die einfache Form dem Bauherrn mehr Möglichkeiten, Teile des Hauses in Eigenleistung zu erstellen. Eine Bezifferung des Einsparpotenzials ist durch die mannigfaltigen Aus- und Wechsel-wirkungen unter den einzelnen Gewerken sehr schwierig; meines Erachtens sind aber auch hier 10.000 Euro und mehr realistisch.
Siebentens sorgt der Verzicht auf eine gemauerte Garage zugunsten eines Carports für weitere Einsparungen. Je nach Dachform und Ausstattung der Garage sind auch hier 8-10.000 Euro drin.
Achtens liegt im Bereich Treppe großes Einsparpotenzial; hier spielt die Treppenform einerseits und die verwendeten Materialien andererseits eine entscheidende Rolle. So sind gerade Treppen günstiger wie Gewendelte, Fertigteiltreppen günstiger wie extra Angefertigte, einfache Holzstufen günstiger wie aufwendige Natursteinbeläge. Die Kostenersparmöglichkeiten setzen sich dann im Bereich Geländer fort. In diesem Bereich würde ich die Einsparmöglichkeit bei 3-5.000 Euro ansetzen.
Neuntens kann der Verzicht von Rolläden zugunsten von Jalousien helfen, Kosten einzusparen. Hierbei würde man auch der Wärmebrückenproblematik in diesem Bereich aus dem Weg gehen. Im Handel befinden sich zudem auch farblich interessante Jalousien-varianten, mit denen sich architektonische Akzente setzen lassen. Das hier mögliche Sparpotenzial (abhängig von der Zahl der Fenster) würde ich mal mit ca. 3-4.000 Euro beziffern.
Zehntens und das ist wahrscheinlich die effektivste Möglichkeit der Einsparung beim Bau der eigenen „vier Wände“, Eigenleistung; je nach handwerklichen und körperlichen Fähigkeiten des Bauherrn, der Bauherrin, sind hier Einsparungen in allen Gewerken des Hausbaus möglich. Auf der anderen Seite muss allerdings auch gesehen werden, dass zur Eigenleistung auch ein hoher Bestand an eigenen Maschinen nötig ist: Mischmaschine, Bohrmaschine, Bohrhammer, Handkreissäge, Tischkreissäge, Stichsäge, Akkuschrauber, Schleifmaschine (Trennschleifer), usw., um hier nur die Wichtigsten zu nennen. Alles in allem gibt es also viele Möglichkeiten an der Kostenschraube beim Einfamilienhausbau zu drehen.
Geschrieben von pruellage am 17 Februar, 2008














