Verschiedene Saunaarten
Wer hat’s erfunden? Die Schweizer? Die Römer? Oder doch die Griechen? Wenn Ihnen die richtige Antwort auf die Frage nach dem Sauna Ursprung gerade entfallen ist, ist das halb so schlimm. Denn Sie wären ohnehin auf dem Holzweg. Es waren nämlich tatsächlich die Asiaten, die das klassische Schwitzbad mit den glühenden Steinen nach Amerika und die ganze nördliche Erdhalbkugel brachten. Mit einer regelrechten Sauna Begeisterung- etwa 90% der finnischen Bevölkerung ist dem Sauna-Fieber verfallen- sorgten dann die Finnen dafür, dass es auch auf dem Rest der Welt immer heiß her ging.
Die finnische Holzsauna
Und darum verwundert es auch nicht, dass die finnische Sauna immer noch zu den weit verbreitesten Anlagen sowohl in öffentlichen Badeanstalten als auch bei Heimsaunen gehört. Bei einer üblichen Temperatur von 85-100°C, einer max. Luftfeuchtigkeit von 5-10% und absolut trockener Hitze lässt es sich hier auf den drei stufenweise angebrachten Holzbänken wunderbar schwitzen.
Das Helarium
Wer doch noch ein wenig mehr Farbe in den Sauna Alltag bringen möchte, der ist mit dem Helarium bestens beraten. Niederdrucklampen mit einem speziellen Gasgemisch erzeugen Farbeffekte, die eine wohltuende Wirkung auf Körper und Geist haben sollen. Hören Sie allerdings auf Ihre innere Stimme und besuchen Sie das Helarium nur, wenn Sie sich in der entsprechenden Stimmung befinden. Sonst ist der Nutzen einfach so dahin. Jeder Farbe lassen sich dabei bestimmte Einflüsse zuordnen.
So stimuliert Rot beispielsweise Haut und Drüsen und wirkt innerlich belebend. Mit der Farbe Gelb kann man seine Fantasie anregen, seine Verdauung ankurbeln und sich neuen geistigen Herausforderungen stellen.
Bei Grün können Sie in jedem Fall darauf hoffen, dass Ihre Schlafstörungen bald der Vergangenheit angehören. Mit der Farbe Blau tun Sie Ihren Herzkranzgefäßen etw. Gutes und senken zudem Ihren Bluthochdruck. Wenn Sie sich dagegen endlich mal von Ihren Depressionen befreien möchten und gut gelaunt in den tag starten möchten, dann gehen Sie ins „weiße Licht“ des Helariums.
Kristallsauna
Leben in Ruhe und Harmonie? Neue Kraft schöpfen und vitaler werden? Das geht auch mit der Kristallsauna. Ein Edelstein; ein Bergkristall oder ein Quarzkristall, der sich über dem Saunaofen befindet, soll genau diese Eigenschaften zu Tage treten lassen. Schon bald sind die Nerven beruhigt und störende Energien abgebaut.
Infrarotkabine
Sind Sie häufiger mal verspannt? Signalisieren Ihnen Ihre Muskeln auch mal nach einer nicht durchgemachten Nacht „Katerstimmung?“ Dann hilft neben dem Gang zum Arzt oder Physiotherapeuten auch die Infrarotkabine. Durch Infrarotlampen, die tief ins Gewebe eindringen, sollen nämlich genau wie beim Arzt oder Physiotherapeuten hartnäckige Muskelverspannungen gelöst werden. Darüber hinaus werden bei einer zur Sauna vergleichsweise milden Temperatur von 45-55°C reichlich Kalorien verbraucht und Giftstoffe ausgeschieden.
Dampfbad
Wer ein Dampfbad betritt, der merkt sehr schnell: Hier wird mal so richtig Dampf abgelassen. Bei einer Luftfeuchtigkeit von nahezu 100% und entsprechend niedrigen Temperaturen um die 50-55°C, fühlt man sich gleich wie im Tropischen Regenwald.
Und heißer sollte es wirklich nicht sein, wenn der durch einen Kessel erzeugte und über Röhren in den Baderaum geleitete Wasserdampf nicht zu Hautverbrühungen führen soll.
Vielen kommt es ohnehin so vor, als würde im Dampfbad der Schweiß nur so den Körper herunterrinnen, während man in der Sauna manchmal vergeblich darauf wartet. Doch das ist nichts weiter als eine Illusion. In Wirklichkeit ist der vermeintliche Schweiß nichts anderes als Wasserdampf, der auf der kühlen Körperoberfläche kondensiert ist. Nicht umsonst kann man Rinnsale von Feuchtigkeit- weswegen auch das Dampfbad grundsätzlich mit Steinen und nicht mit Holz ausgestattet ist- an den Kacheln herunterlaufen sehen.
Nach einem Badegang von 10-15 Minuten wie in der Sauna mit der gleichen Abkühl- & Ruhephase kann man trotz der höheren Kreislaufbelastung seinem Körper genau so viel gutes tun wie bei einem Saunagang: Weichere und geschmeidigere Haut; sowie Abhilfe gegen Schlafstörungen oder Muskelverspannungen sind das Resultat des Dampfbades.
Sanarium
Für alle die sich nicht so recht zwischen Dampfbad und Sauna entscheiden können, ist der goldene Mittelweg mit Sicherheit das Sanarium. Denn im Sanarium gibt es bei einer Temperatur von 46-65°C und einer Luftfeuchtigkeit von 40-55% gleich mehrere Bademöglichkeiten, zwischen denen man wählen kann. Tropenbad; Soft-Dampfbad; Aroma- oder Warmluftbad versprechen dem Badegast einen kreislaufschonenden Aufenthalt. Zu verdanken ist diese Entwicklung der Firma Klafs aus Schwäbisch Hall, die auf diese neue Technik sogar ein Patent angemeldet hat.
Orientalischer Hamam
Grundlegende körperliche und geistige Reinigung gehören nicht nur zur westlichen Welt wie selbstverständlich zur Badekultur, sondern sind mindestens ebenso lange ein fester Bestandteil des Islams und des Orients. Bunte Mosaike, plätscherende Brunnen, gedämpftes Licht und Dachkuppeln mit bunten Fenstersteinen versetzen mittlerweile den Badegast auch in deutschen Saunalandschaften in die Märchen von 1000 und 1 Nacht. Und obwohl mancher sicher genauso lange verweilen möchte, ist es mit einem kompletten Badegang in den zwei Bereichen; Schwitz- & Reinigungsbereich sowie Ruhebereich schon getan.
Im Vergleich zur Sauna und ihren anderen Verwandten betritt man das Hamam jedoch nicht nackt, sondern mit einem um die Hüften gewickelten Tuch. Bei einer Temperatur von ca. 40°C kann man sich im ersten Raum, den so genannten Soguglug, aufwärmen. Wände, Decken und Böden strahlen eine angenehme Wärme aus. In jedem Raum stehen Becken mit warmen Wassern, mit denen man sich begießen kann, bereit. Zur Muskellockerung zieht man dann nach ungefähr 10 Minuten vom Soguglug ins Kaynak, einem Warmbad um.
Das Herzstück des Hamam ist das Hararet- das Haus der Hitze. Auch wenn es dort nur um die 45°C warm wird, kann man sich auf eine wiche und reine Haut freuen. Zumal das Beste ja noch kommt. Denn der Hamam meister kümmert sich anschleißend im Ovmalik- dem Massageraum- höchstpersönlich mit einer Massage mit Nabelstein aus Granit oder Marmor um einen. Mit einem rauen Handschuh rubbelt er Schuppen und Unreinheiten von der Haut und sorgt für porentiefe Reinheit. Anschließend seift er den Badenden mit einem Wolltuch ein und massiert ihn. Ein Guss mit kaltem Wasser bildet den Abschluss.
Geschrieben von Ronny Schmidt am 29 Juni, 2008














