Ein Streifzug durch die frühe Geschichte Südtirols
Seit der mittleren Steinzeit ist das Gebiet Eisack, Etsch und Rienz besiedelt. Im Sommer hielten sich die Bewohner vorwiegend in den Bergen oberhalb der Baumgrenze auf. Archäologische Funde aus dem Zeitraum 7. Jahrtausend bis 4. Jahrtausend vor Christus belegen dies. Während der Jungsteinzeit begannen die Menschen entlang der Mittelgebirgsterrassen in den Haupttälern zu siedeln, da sie dort fruchtbare Böden vorfinden konnten. Einer der bekanntesten Funde, der Mann aus dem Eis „Ötzi“, stammt auch aus dieser Epoche. Die wirtschaftliche Entwicklung im heutigen Südtirol startete mit dem Kupferabbau in Bronzezeit. In der Eisenzeit werden die Räter (Träger der Fritzens-Sanzeno-Kultur) erstmals namentlich erwähnt und zählen somit zu einer der ältesten namentlich bekannten Urbevölkerung des Alpenraumes.
Von 59v. Christus bis zur Zeit der Völkerwanderung ist Südtirol Teil des römischen Imperiums. Die Römer errichteten zwar keine Städte, leisteten aber Pionierarbeit im Straßenbau. Die Region konnte vom Fernhandel über die Alpenquerungen wirtschaftlich profitieren. Spannend ist auch die Entstehung der rätoromanischen Sprache. Die illyrischen Stämme der Region ließen das Vulgärlatein der Römer in die eigene Sprache einfließen und entwickelten somit eine neue Sprache. Gegenwärtig wird die mit der rätoromanischen Sprache eng verwandte „Ladinische Sprache“ in Teilen Südtirols (Italien) immer noch gesprochen.
Die Besiedelung des von Langobarden und romanisierten Ureinwohnern bewohnten Gebietes durch die Bajuwaren erfolgte vom 6. und 9. Jahrhundert nach Christus. Südtirol erlangte eine hohe strategische Bedeutung als Teil des Frankenreiches (später: Heiliges römisches Reich Deutscher Nation), da viele Straßen nach Italien führten.
In den darauf folgenden Jahrhunderten regierten Bischöfe und Grafen die Region Südtirol. Ab 1363 herrschten die Habsburger (Österreich/Wien) fast durchgängig bis zum Ende des ersten Weltkrieges 1918 über das Gebiet. Heute gehört Südtirol zu Italien, hat eine weitreichende Autonomie und zählt zu einer wirtschaftlich enorm starken Region innerhalb der EU.
Reisetipps in die Frühe Geschichte der Region Süd - Tirol:
In St. Pauls in Eppan wurde eine römische Villa aus dem 4. Jahrhundert nach Christus entdeckt, die sehr gut erhaltene Fußboden-Mosaiken aufweist. Südtirol ist eine der Regionen mit den meisten Burgen in ganz Europa. Berühmte und sehr sehenswerte mittelalterliche Anlagen sind unter anderem das Schloss Tirol, das Schloss Runkelstein, die Churburg, die Burg Hocheppan sowie die Burg Taufers.












