Vaterschaftstest – ethisch korrekt?
Es ist ganz logisch, dass ein werdender Vater oder aber auch einer, der seit Jahren Vater ist, ausrastet, wenn er nun erfährt, dass wohlmöglich ein anderer Mann der biologische Vater seiner Kinder ist. Schnell sind solche kleinen Racker den Eltern ans Herz gewachsen und man würde alles für sie tun. Auch Väter sind nur Menschen und besitzen Emotionen. Und eben gerade diese Emotionen würden enorm erschüttert, erfahren sie nach Jahren von einem Seitensprung, der ganz genau in die Zeugungszeit der bzw. des Kindes passt.
Nun stellt sich eine große Frage für den Vater. Stellt er seine Frau zur Rede, trennt sich und lässt einen Vaterschaftstest durchführen? Oder aber spielt er das Spiel des Lebens und bleibt bei seiner Frau? In diesem Fall wäre das Familienglück zwar nicht beschlagen, anders herum würde der Umstand, von diesem Seitensprung zu wissen, sein Leben lang zwischen ihm und seiner Frau in ungeklärter Form bleiben. Ist es gerade aus diesem Zeitpunkt ethisch, nach einem Vaterschaftstest zu verlangen?
Ethik hin, Ethik her, die Frau ist diejenige, die seinerzeit mal an die Ethik hätte denken müssen. Von daher kann es dem Vater nicht übel genommen werden, sofern dieser sich entscheidet, sich von seiner Frau zu trennen und den Gerichtsweg zur Vaterschaftsklärung anzusteuern. Zu diesem Zweck muss er eine begründete Vaterschaftsanfechtungsklage bei Gericht einreichen und muss selbstverständlich zunächst in Vorkasse treten, was die Vaterschaftstest Kosten betrifft.
Zudem können die Kinder im ersten Moment alles falsch verstehen, gerade wenn sie sich in einem jugendlichen Alter befinden. Der Mann muss sich also auf eine reifliche Szene seiner Kinder gefasst machen. In diesem Fall kann man dann nur ablenken und auf die Mutter mit ihrem Seitensprung verweisen oder aber man stellt sich den Kindern und versucht, ihnen klar und deutlich zu erklären, das dieses ganze Verfahren nichts mit ihnen zu tun hat und sie immer die Kinder des Vaters bleiben, egal ob der Test nun bestätigt, dass er der Vater ist oder auch nicht. Wie nach dem Verfahren die Beziehung der Eltern aussieht, kann man bereits vorweg nehmen. Handelt es sich wirklich um ein Kuckuckskind, wird sich der Ehemann sicherlich von seiner Ehefrau trennen. Aber auch dieses Vorgehen kann dem Vater nicht übel genommen werden.
Selbstverständlich sind die Leidtragenden an diesem Verfahren wiederum die Kinder, die plötzlich ihren Vater verlieren, wenn auch nicht ganz, aber dennoch in biologischer Form. Ein weiterer Punkt wird sein, dass die Kinder nach erwiesener Nichtvaterschaft wohl die Mutter gewaltig in die Mangel nehmen werden.












