Web 2.0 - Die zweite Generation des Internets

Das Internet, das sich im Laufe der 90er Jahre zum Massenmedium entwickelt hat, veränderte das Leben der Menschen auf der ganzen Welt. Ein Leben ohne die Möglichkeit vor der Abreise kurz im Internet nach der Reiseroute zu schauen, sich online über aktuelle Sportergebnisse zu informieren oder sich im Kaufrausch in Auktionshäusern und Onlineshops auszutoben ist für uns heutzutage kaum denkbar. Zudem veränderte das Internet die Welt der Wirtschaft enorm. Beliebte Internetplattformen wie Yahoo oder Google wurden zu riesigen Konzernen und kleine Web-Programmierer zu Millionären.

Im Laufe der vergangenen Jahre tauchte verstärkt der Begriff “Web 2.0″ auf, der im Zusammenhang mit dem gigantischen Erfolg einiger Projekte wie dem Videonetzwerk Youtube oder der Studentenplattform Studivz zum Modewort wurde. Beim Web 2.0 handelt es sich hauptsächlich um keine technische Neuentwicklung, sondern lediglich um eine Veränderung der Nutzungsweise und der Wahrnehmung der bereits allseits bewährten Technologie des Internets. So haben die meisten Internetsurfer es nicht einmal bemerkt, dass sie bereits längst das Web 2.0 nutzen. Der Begriff wurde durch den Softwareentwickler Tim O’Reilly geprägt, der die Entwicklungen, die im Internet kurz nach der Jahrtausendwende begannen, zusammenfasste, ihnen den Namen Web 2.0 gab und mit Craig Cline im Oktober 2004 die sogenannte Web 2.0-Konferenz veranstaltete, die seitdem alljährlich stattfindet.

Bei den Veränderungen, die das Web 2.0 mit sich brachte, handelt es sich um zahlreiche Dinge, die das Surfverhalten und die Möglichkeiten der Internetnutzer prägen. So werden die Seiten des Web 2.0 ständig verändert und sind interaktiv. Dabei kommt es im Rahmen der Projekte verstärkt zur Bildung sozialer Netzwerke und zum Meinungsaustausch zwischen den Seitenbesuchern. Während die Nutzer des alten Internets noch auf fertig gestellten Internetseiten mit vorbestimmten Inhalten höchstens die Möglichkeit hatten, sich in Foren oder Gästebüchern interaktiv an der Seite zu beteiligen, so sind die modernen Internetseiten in einem ständigen Wandel und dienen eher als Plattform. Sie werden ständig von unzähligen registrierten Benutzern auf der ganzen Welt mit Inhalten gefüttert und verändert.

Ein Musterbeispiel für diese Veränderung, ist das etablierte Online-Lexikon Wikipedia. Dieses wird regelmäßig von den Nutzern der Seite mit Lexikonbeiträgen erweitert. Zudem kommt es zu einer Diskussion über die Beiträge. Ähnlich funktionieren Internet-Projekte wie die Fotoseite Flickr oder die Videoplattform Youtube. Eine weitere wichtige Neuerung sind die Blogs. In diesen berichten private Nutzer über ihr Leben, Politik, Kultur und andere Themen, die sie interessieren. Auch hier kommt es zur Bildung sozialer Netzwerke und zu einem ständigen Meinungsaustausch durch Kommentare. Die sogenannten Warblogs sind dabei besonders interessant. In dieser Form von Blogs berichteten Menschen aus Kriegsgebieten und ergänzten die Berichterstattung der Medien mit ihren persönlichen Eindrücken.

Ein weiteres Merkmal der Web 2.0-Seiten ist die einfache Bedienung und der simple Aufbau der Seiten. Während die Inhalte des alten Internets noch in einer visuellen Flut an Bildern untergingen, so kommt es beim Web 2.0 zu einem Fokus auf das Wesentliche und auf eine einfache Handhabung. Bei der Klassifizierung der Inhalte setzt man beim Web 2.0 auf Tags. Dies sind wählbare Begriffe, die den einzelnen Inhalten wie Videos oder Fotos zugeordnet werden können. Dadurch muss man bei der Suche nach den Inhalten einer Internetseite nicht mehr auf die alte Ordnung der Ordner zurückgreifen, sondern kann nach Stichworten suchen und bekommt dadurch bessere Ergebnisse.

Für die Business-Branche ist besonders die Verlagerung der Software-Programme in das Internet interessant. So kann man bereits jetzt Office-Anwendungen im Internet betreiben. Die Installation eines Office-Pakets ist deswegen nicht nötig und es wird ermöglicht, dass mehrere Menschen gleichzeitig an dem gleichen Projekt arbeiten. Dies wird technisch durch die Entwicklung der sogenannten Ajax-Programmierung ermöglicht, dank der die Daten synchron zwischen Server und Browser übertragen werden können und die Seiten dadurch fliessend verändern.

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