Riester Fondssparplan als private Altersvorsorge?
Vor 5 Jahren wurde sie eingeführt, die staatlich geförderte Altersvorsorge mit der Riester Rente. Inzwischen haben mehr als 9 Millionen Sparer einen Riester Vertrag abgeschlossen. Die meisten Verträge sind jedoch teure Riester Policen.
Sowohl die günstigeren Riester Fondssparpläne als auch die nahezu kostenfreien Riester Banksparpläne führen ein Schattendasein. Einen wirklich guten Grund gibt es dafür nicht. Die Mindestverzinsung einer Riester Police, oftmals Hauptargument der Versicherungsberater, ist derartig gering - jeder Banksparplan wird diese in Zukunft schlagen können.
Vor allem jüngere Anleger sollten sich zudem die Renditechancen einer ausgewogenen Fonds Mischung nicht entgehen lassen. Greifen sie dabei auf eine fondsgebundene Riester Police zurück, entfällt in der Regel sogar die garantierte Verzinsung, von den exorbitanten Kosten ganz zu schweigen.
Die bessere Wahl ist ein Riester Fondssparplan. Dieser wird von verschiedenen großen deutschen Fondsgesellschaften angeboten. Beispielsweise von der DWS, der Union Investment oder der Deka.
Auch bei Riester Fondssparplänen erhält der Sparer die volle staatliche Förderung und eine Kapitalgarantie zum Laufzeitende. Zudem sind Riester Fondssparpläne in der Ansparphase Hartz 4 und pfändungssicher.
Die Renditen der bereits seit Juni 2002 am Markt etablierten Produkte können sich sehen lassen. Auch ohne Förderung erzielten die DWS TopRente und die UniProfiRente mehr als 8 % pro Jahr. Das sind immerhin 2 % mehr, als die besten Riester Rentenversicherungen.
Gleichzeitig sind die Kostenstrukturen besser als bei einer Riester Police. So zahlt der Anleger lediglich Ausgabeaufschläge, die Fondstypischen Verwaltungsgebühren und ein Depotführungsentgelt. Zudem lassen sich im Gespräch mit den Anbietern oder per Fondsvermittler zusätzlich Ausgabeaufschläge einsparen.
Auch die Verteilung der Kosten ist beim Fondssparplan von Vorteil. So zahlt der Anleger bei der Police in den ersten 5 Jahren bereits die vollen Abschlussgebühren, bei einem Fondssparplan in der Regel erst dann, wenn die Beiträge einbezahlt werden. Logischerweise ergibt sich dadurch ein rechnerischer Vorteil dank Zins und Zinseszins.
Eine Ausnahme ist beispielsweise die Riester Rente Premium. Diese ist ein gezillmerter Fondssparplan, funktioniert also vergütungstechnisch ähnlich wie eine Police. Dennoch sind die rund 5 % Abschlussgebühren bei diesem Produkt noch immer günstiger, als bei einer Versicherungslösung.
Von der Variante Fondssparplan sollte man absehen, wenn man die Riester Rente beispielsweise im Rahmen eines Haus- oder Wohnungskaufs einsetzen möchte. Dieses ist im Rahmen der modifizierten Entnahme möglich, ab 2008 dann durch das verbesserte Wohn Riester Gesetz. Im Fall einer geplanten vorzeitigen Entnahme ist aufgrund der Kursrisiken von einem Riester Fondssparplan abzusehen.












