Sollten Ausbildungsplatzsuchende sich initiativ bewerben?

Insbesondere in den nächsten Wochen werden die Schüler der Abschlussklassen durch Stellenanzeigen in Print- und/oder Online-Medien dazu aufgefordert, sich bei dem jeweils inserierenden Arbeitgeber um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Dabei veröffentlichen oft Unternehmen mit einem hohen Bekanntheitsgrad ihre Stellenangebote in den Medien. Dabei handelt es sich i. d. R. auch um Ausbildungsplätze in Branchen sowie Berufsfeldern, die bei den Ausbildungsplatzsuchenden als attraktiv gelten.

Es kann aus einer auffälligen Stellenanzeige allerdings nicht zwingend der Schluss gezogen werden, dass eine Vielzahl von Ausbildungsplätzen verfügbar ist. Oft ist für die Unternehmen vielmehr die Förderung ihres Unternehmensimages interessant, wenn sie ein Stellenangebot veröffentlichen und somit soziale Verantwortung demonstrieren. Jedenfalls sollte den Jugendlichen klar sein, dass es weniger zu vergebende Ausbildungsstellen gibt, als Mitkonkurrenten um ein und denselben Ausbildungsplatz. Daher sollte man nicht davon ausgehen, dass schon eine Bewerbung automatisch zu einem für den Bewerber erfolgreich verlaufenden Einstellungsverfahren führt. Die Ausbildungsplatzsuchenden wird vielmehr das Thema „Bewerbung schreiben“ bzw. „Bewerbung schreiben lassen“ im Laufe des letzten Schuljahres bis hin zu den Abschlussprüfungen ständig begleiten.

Die Ausbildungsplatzsuchenden sollten nicht erwarten, dass schon die ersten Bewerbungsversuche um den ersehnten Ausbildungsplatz in dem erwünschten Berufsfeld von Erfolg gekrönt sein werden. Daher sollten sie rechtzeitig nach Alternativen Ausschau halten und in diesem Zusammenhang auch an Berufe und Ausbildungsbetriebe denken, die weniger bekannt sind. Solche Unternehmen gehen jedoch die Suche nach ihren Azubis oft nicht offensiv an; sondern warten darauf, dass die Jugendlichen selbst initiativ werden. Derartige Initiativbewerbungen machen allerdings nur dann Sinn, wenn der jeweilige Jugendliche sich schon mit seinen eigenen Stärken und Schwächen auseinandergesetzt hat und außerdem die Anforderungen kennt, die in dem Ausbildungsberuf an ihn gestellt werden.

Beispielsweise wird die folgende Initiativbewerbung um eine Ausbildungsstelle in einem Restaurant wenig Erfolg versprechen: „Ich wollte mal nachfragen, ob Sie einen Ausbildungsplatz für einen Koch haben. Ich wollte zwar eigentlich Mechatroniker werden, weil ich gerne an Autos herumschraube, aber da mich wollte keiner haben. Und dann habe ich gehört, dass man einfacher an einen Ausbildungsplatz für einen Koch kommt.“ Vielmehr sollte in der Initiativbewerbung deutlich zum Ausdruck kommen, dass die persönlichen Stärken des Ausbildungsplatzsuchenden zu dem Ausbildungsberuf passen. Der Ausbildungsplatzsuchende sollte daher erst nach geeigneten Unternehmen suchen, wenn insbesondere die beiden Fragen „Welcher Beschäftigung würde ich am liebsten nachgehen?“ und „Welche Aufgaben kann ich besonders gut erledigen“ beantwortet sind.


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